Zehn Jahre YYACHTS: Die Kunst, das Wesentliche zu bewahren

22 Juni 2026 | Company

Leidenschaft. Innovation. Die gewisse Coolness. Es gibt Menschen im Yachtbau, die Trends folgen. Und es gibt Michael Schmidt.

Seit mehr als fünf Jahrzehnten prägt er die internationale Segelszene – als Regattasegler, Unternehmer, Visionär und vor allem als jemand, der nie aufgehört hat, Segler zu sein. Während andere über Märkte, Zielgruppen und Verkaufszahlen sprechen, spricht Schmidt meist über Boote. Über gutes Segeln. Über Leichtigkeit. Über das Gefühl, wenn eine Yacht genau das tut, was sie soll.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum seine Yachten immer wieder Aufmerksamkeit erregen. Nicht weil sie laut sind. Sondern weil sie eine klare Haltung verkörpern.

Diese Haltung entstand nicht über Nacht. Schon lange bevor Carbon zum bevorzugten Material moderner Performance-Yachten wurde, experimentierte Schmidt damit. In den 1970er- und 1980er-Jahren arbeitete er an innovativen Rennbooten, segelte auf höchstem Niveau und sammelte Erfahrungen, die später seine Sicht auf den Yachtbau prägen sollten. Dass die von ihm erbaute IOR-Yacht „Düsselboot“ vor allem wegen ihrer Leichtigkeit 1983 überraschend im Admiral’s Cup siegte und heute als bewegliches Kulturgut gilt, war nur ein Element auf seinem Weg zu spektakulären Segelyachten. Mit der Gründung von Hanse Yachts schrieb er anschließend ein weiteres Kapitel deutscher Yachtgeschichte und entwickelte die Werft zu einem der größten Serienhersteller der Welt.

Doch je größer die Yachten wurden, desto stärker beschäftigte ihn eine Frage: Warum werden viele Segelboote immer komplizierter? Mehr Technik. Mehr Gewicht. Mehr Systeme. Weniger Segeln.

Nach Jahrzehnten im Geschäft entstand daraus ein Gedanke, der ihn nicht mehr losließ: Wie würde eine Yacht aussehen, wenn man alles Überflüssige weglässt und sich ausschließlich auf das konzentriert, was auf dem Wasser wirklich zählt?

Die Antwort lag 2015 im Hafen von Greifswald

Dort entstand die „Cool Breeze“, eine Yacht, die heute beinahe legendären Status genießt. Nicht nur wegen ihres markanten Vespagrüns. Sondern weil sie die Essenz einer Idee verkörperte, die Michael Schmidt über Jahrzehnte entwickelt hatte: Leicht. Schnell. Elegant. Einfach zu bedienen. Eine Yacht, die große Reisen ermöglicht und gleichzeitig das unmittelbare Vergnügen am Segeln in den Mittelpunkt stellt. Kompromisslos.

„Ich wollte ein Boot bauen, das mir selbst gefällt“, sagte er damals.

Ein Satz, der viel über YYACHTS erklärt. Denn ursprünglich war die Cool Breeze gar nicht als Beginn einer neuen Werft gedacht. Sie war zunächst die Verwirklichung einer persönlichen Vision. Doch die Resonanz war so groß, dass daraus etwas Neues entstand. 2016 gründete Schmidt YYachts.

Bemerkenswerte Erfolgsgeschichten des modernen Yachtbaus

Heute, zehn Jahre später, wurden mehr als 50 Carbon-Yachten ausgeliefert. Die Modelle der Werft gewannen internationale Design- und Innovationspreise, wurden als Yacht des Jahres ausgezeichnet und entwickelten sich zu festen Größen im Premiumsegment. Besonders die Y7 avancierte mit mehr als 20 gebauten Exemplaren zum erfolgreichsten Modell der Werft und setzte neue Maßstäbe für moderne Performance-Cruiser.

Dennoch ist YYachts bis heute bemerkenswert bodenständig geblieben. Vielleicht, weil die Werft nie als reines Geschäftsmodell gedacht war. Vielleicht aber auch, weil Michael Schmidt sich mit Menschen umgeben hat, die dieselbe Begeisterung teilen.

Das Team von YYachts besteht aus erfahrenen Yachtbauern, Konstrukteuren und Seglern, von denen viele seit Jahrzehnten in der Branche tätig sind. Gemeinsam verbindet sie eine Überzeugung: Die besten Yachten entstehen nicht durch noch mehr Technik, sondern durch intelligente Lösungen. Dabei folgen sie immer der Überzeugung, die in ihrer Einfachheit fast radikal wirkt: Eine Segelyacht sollte vor allem eines können – fantastisch segeln. Und genau das tun sie.

Man spürt diese Haltung überall. Im Deckslayout. In der Gewichtsverteilung. In den Proportionen. In den Details. Und man erkennt sie auch an den Menschen, mit denen YYachts zusammenarbeitet.

Von Anfang an setzte die Werft auf die Zusammenarbeit mit einigen der renommiertesten Designer der Branche. Namen wie Bill Tripp, Javier Jaudenes, Lorenzo Argento oder judel/vrolijk stehen für unterschiedliche Handschriften, verfolgen bei YYachts jedoch ein gemeinsames Ziel: Yachten zu entwerfen, die nicht nur gut aussehen, sondern hervorragend segeln.

Dasselbe gilt für die Innenräume. Statt klassische Yachtinterieurs zu reproduzieren, holte YYachts international renommierte Architekten und Designer an Bord. Studios wie David Chipperfield, Norm Architects, David Thulstrup oder Winch Design brachten ihre Perspektive aus Architektur, Interior Design und Wohnkultur ein. Die Gestaltung folgt konsequent dem Gedanken, Raum für Erlebnisse zu schaffen, statt Raum zu füllen. Das Ergebnis sind Yachten zum Wohnen auf dem Meer, mit Räumen, die Ruhe ausstrahlen. Modern, zeitlos und geprägt von einer Eleganz, die nie laut werden muss.

Der Leitsatz der Werft lautet: Keep it simple.

Das klingt einfach, ist aber in Wahrheit eine anspruchsvolle Disziplin. Weniger Gewicht. Weniger Komplexität. Weniger Ablenkung.

Statt möglichst viel Technik zu verbauen, konzentriert sich YYachts auf das, was auf dem Wasser wirklich zählt. Die Vollcarbon-Konstruktion reduziert das Gewicht deutlich. Die Deckslayouts sind so gestaltet, dass auch große Yachten problemlos von ihren Eignern gesegelt werden können – etwas, das in dieser Größenordnung längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Und genau hier entsteht dieses besondere Gefühl, das YYachts Eigner immer wieder beschreiben: Leichtigkeit. Nicht nur technisch, sondern emotional. Die Leichtigkeit, spontan auszulaufen. Die Leichtigkeit, auch eine große Yacht selbst zu beherrschen. Die Leichtigkeit, den Motor auszulassen und einfach dem Wind zu vertrauen.

Unterschiedliche Modelle – eine gemeinsame Absicht

Die Y8 beispielsweise gilt für viele als die konsequenteste Umsetzung dieser Philosophie. Eine 80-Fuß-Yacht, die Hochseetauglichkeit mit erstaunlicher Agilität verbindet. Die Y7 wiederum entwickelte sich mit mehr als zwanzig ausgelieferten Exemplaren zum erfolgreichsten Modell der Werft und setzte neue Maßstäbe für modernes Segeln im Luxussegment. Mit der neuen Y6 überträgt YYachts diese Idee nun auf eine Größe, die für viele ambitionierte Eigner besonders attraktiv ist.

Trotz aller Unterschiede haben alle Modelle etwas gemeinsam. Sie wurden nicht entwickelt, um auf dem Papier zu beeindrucken. Sie wurden gebaut, um draußen auf dem Wasser zu begeistern.

Zum Jubiläum: der erste YYACHTS Cup

Im Juni 2026 feiert YYachts sein zehnjähriges Bestehen mit dem ersten YYachts Cup im Rahmen des Superyacht Cup Palma Richard Mille. Acht YYachten werden dabei an den Start gehen. Ein Familientreffen auf dem Wasser, könnte man sagen. Vielleicht ist das die schönste Bestätigung für die Idee, mit der alles begann. Denn auch nach zehn Jahren bauen Michael Schmidt und sein Team noch immer Yachten nach demselben Prinzip wie damals bei der Cool Breeze: Boote, die er selbst gerne segeln würde. Zum Glück gibt es genügend Menschen, die das ganz genauso sehen.

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